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Obrigheim

Während der Christianisierung lebten Römer und Franken in dieser Region. Die ersten Glaubensboten in Baden waren iro-schottische Mönche. An erster Stelle steht dabei St. Martin „der Volksheilige“. Er soll auch die Mörtelsteiner Kapelle gebaut haben und im Turm begraben sein. Die Kapelle war ehemals einstöckig und soll zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert entstanden sein.
Der heilige Martin war auch Gründer des Dorfes Mörtelstein, das ursprünglich Martinstal hieß („Martins Tal“).
 

     

 

Die Fresken im Inneren des Turmes (heute als Sakristei genutzt) zeigen den Lebensweg von Jesus Christus. Am besten erhalten sind die Fresken an der Nordwand, wo die Passion Christi in zwei Reihen zu je fünf Bildern dargestellt ist. An der Ostwand sind nur noch Spuren der Fresken zu erkennen. In der Fensternische sind der Hl. Georg und die Hl. Katharina dargestellt. Diese spätgotischen Malereien stammen aus dem 13. Jahrhundert.

An die einstöckige Kapelle wurde 1496 eine Kirche angebaut. 1819 wurde diese durch den heutigen Kirchenbau ersetzt; lediglich der Turm verblieb, wurde jedoch aufgestockt. Der ehemalige Chorbogen wurde zugemauert.

Nach zwei Renovierungen Anfang des 20. Jahrhunderts und 1954 wurde die sogenannte Bergkirche unter Pfarrer Gunnar Kuderer in den Jahren 2002 bis 2004 sowohl außen wie auch innen aufwändig renoviert. Bei der Farbgebung orientierte man sich nach restauratorischen Befunden an den Orginalbestand aus dem Erbauungsjahr 1819. Die Prinzipalstücke im Altarraum wurden nach Entwürfen von Horst Keller neu angeschafft. Der bisherige Altar aus Sandstein wurde vor der Kirche aufgestellt, während der Taufstein der Friedenskirche Obrigheim gestiftet wurde. Am Pfingstsonntag, den 30. Mai 2004, wurde die Kirche durch Landesbischof Dr. Ulrich Fischer eingeweiht und erhielt wegen des dominierenden Bildes der Altarwand den Namen „Christuskirche“.

 

22. September 2019: Mörtelstein feierte 200 Jahre evangelische Christuskirche -

Festgottesdienst mit Landesbischof Prof. Dr. Cornelius-Bundschuh

An einer ganz besonderen Jahreszahl kommen die Besucher der Mörtelsteiner Christuskirche nicht vorbei: 1819 ist gut sichtbar oberhalb des Eingangsportals zu lesen. Die Jahreszahl steht für die Erbauung der Kirche in ihrer heutigen Form. An gleicher Stelle stand die Georgskapelle, die teilweise beim Neubau der Kirche einbezogen wurde. Von ihr künden die Wandmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert, die heute noch in der Sakristei zu sehen sind. Viele Instandhaltungsmaßnahmen und Renovierungen waren in den vergangenen 200 Jahren nötig, damit die Mörtelsteiner in ihrer Bergkirche Gottesdienst feiern konnten. In den 1950er und 1960er Jahren fand eine Generalsanierung statt, seitdem ziert ein großes Christusfresko des Malers Hans Goethert aus Mühlacker die Wand hinter dem Altar. Das Mörtelsteiner Gotteshaus erhielt nach einer weiteren Runderneuerung 2004 offiziell den Namen „Christuskirche“.

Ob das 100-jährige Bestehen der evangelischen Kirche in Mörtelstein 1919 begangen wurde, ist nicht überliefert. Aber mit Gewissheit kann dokumentiert werden, dass das 200-jährige Jubiläum miteinem großen Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest am vergangenen Sonntag gebührend gefeiert wurde. Gebührend auch deshalb, da extra zu diesem Anlass sich hoher Besuch aus Karlsruhe von der Evangelischen Landeskirche in Baden angesagt hatte. Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh ließ es sich nicht nehmen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen und die Festpredigt zu halten. Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" und wurde durch lebendige Darbietungen der Konfirmandinnen Marlene Zeus und Fiona Stadler sowie einigen Kindergottesdienstkinder zu einem großen Gemeinschaftserlebnis. Sie stellten sehr anschaulich mit Schildern jede Kirchengemeindegruppe, jeden Gemeindekreis und jeden Chor vor, die alle auf einem kleinen Schiff einen Platz erhielten.

„Die Segel setzen und Leinen los!“, so wünscht sich Pfarrer Wolfgang Müller eine funktionierende Kirchengemeinde mit ihren christlichen und ehrenamtlichen Aufgaben. Er hieß alle „Willkommen an Bord“ und wünschte „Gute Fahrt für die nächsten Jahre und Jahrzehnte“.

Landesbischof Prof. Cornelius-Bundschuh gratulierte eingangs seiner Predigt zum 200-jährigen Kirchenjubiläum und mit der Geschichte von Jakob aus dem 1. Buch Mose, der mit Gottes Hilfe einen heiligen Ort fand und ihn Bethel nannte, unterstrich er die Wichtigkeit von Gotteshäusern. „Gott begegnet uns an vielen Orten, doch in unseren Kirchen verdichtet sich Gottes Gegenwart“, so der Landesbischof.

Zum Kirchenjubiläum gratulierten auch der evangelische Kirchenchor Mörtelstein unter der Leitung von Kendra Diemer sowie der Posaunenchor Asbach mit seiner Chorleiterin Michaela Haag, die den Gottesdienst festlich umrahmten.

Am Ende des Gottesdienstes enthüllte Pfarrer Müller das erste Exemplar der druckfrischen Festschrift „200 Jahre Christuskirche Mörtelstein“. Er dankte im Namen der Kirchengemeinde Julia Schmitt, die federführend in den letzten Monaten mit viel Hingabe Texte und Fotos zusammengetragen hatte, damit dieses gesammelte Werk über die Kirchengeschichte sowie den heutigen Stand der Kirchengemeinde entstehen konnte.

Um den Weg von der Kirche bis zum Gemeindehaus in der Dorfmitte etwas kurzweiliger zu gestalten, wurden an einigen Stationen Wissenswertes über Kirche berichtet und Lieder aus dem ganzen Kirchenjahr dargeboten. Am Gemeindehaus angekommen gab für jeden Gast ein Glas Sekt zum Anstoßen auf das große Kirchenjubiläum.

Viele Besucher aus den umliegenden Kirchengemeinden und vor allem viele ehemalige Mörtelsteiner Bürger fanden den Weg in das 450-Seelen Dorf, um gemeinsam ein besonderes Gemeindefest zu feiern. Für das leibliche Wohl sorgten die Mitglieder des Gemeindehaus-Fördervereins und die Sängerinnen und Sänger des evangelischen Kirchenchores.

Großes Interesse fand die Fotoausstellung mit vielen Bildern aus den vergangenen Jahrzehnten rund um die Kirche im alten Rathaus, die ebenfalls von Julia Schmitt zusammengestellt wurde.

Reisenden Absatz erfuhr die Jubiläumsschrift „200 Jahre Christuskirche Mörtelstein“. Das Redaktionsteam Julia Schmitt und Michaela Haag konnte Autoren und Interviewpartner gewinnen, die über die reichhaltige Kirchengeschichte und Anekdoten aus früheren Zeiten berichten können. Vielfältig sind auch die heutigen Aktivitäten der Kirchengemeinde, dies spiegelt sich in den Berichten der einzelnen Gruppen, Gemeindekreisen und Chöre wieder.

Für jeden Besucher und für alle Gemeindeglieder war dieses Kirchenjubiläum ein rundum gelungenes Erlebnis. Am Ende gab es noch eine Botschaft mit auf dem Weg, die auch als Aufruf auf der letzten Seite der Festschrift zu lesen ist:

„Engagieren Sie sich in unserer Kirchengemeinde, nur dann kann unser Schiff auf Kurs bleiben und wir können gemeinsam die schöne Schiffstour genießen. Und wer mit an Bord ist, kann auch den Kurs mitbestimmen. Ahoi!“

 

Mit einem Festgottesdienst und Gemeindefest wurde das 200-jährige Bestehen der evangelischen Christuskirche Mörtelstein gefeiert. Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh und Gemeindepfarrer Wolfgang Müller zelebrierten gemeinsam den Gottesdienst und stellten sich anschließend mit Gemeindeverantwortlichen sowie Gästen zu einem Erinnerungsfoto auf.

Text und Foto: Achim Haag

 

 

 

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